
Besonderheiten
Bei älteren Anlagen sind die Stützen mit speziellen Auffangeinrichtungen für das Zugseil versehen. Dabei befindet sich unterhalb des für das Passieren einer Kabinen nötigen Bereichs ein V-förmiges Metallgestänge, an dessen unteren Spitze ein Rolle ange- bracht ist. Bei neueren Anlagen wird das Zugseil analog einer Pendelbahn über Rollen am Stützenkopf geführt.
Erfunden wurde das System der Zweiseilumlaufbahn von Georg Wallmannsberger aus Salzburg. Aktuell sind in Europa noch zwei Anlagen nach dem urspürnglichen System im Einsatz. Beide befinden sich in Österreich. Die letzte Schweizer Anlage führte von Bad Ragaz nach Pardiel und wurde im Jahr 2007 durch eine neue Einseilumlaufbahn auf neuer Trasse ersetzt. Bei den Bahnen in der urspünglichen Bauweise konnten die Seile abgesenkt werden um so bei einem technischen Defekt eine Bergung der Passaigere in den Kabinen zu erleichtern.
Die Bahn von Bad Ragaz nach Pizol wurde nachträglich mit Pendeldämpfern an den Kabinen ausgerüstet. Die verminderten das Schaukeln der Kabinen nach den Stützenüberfahrten.
Beschrieb
Als Zweiseilumlaufbahn bezeichnet man eine Gondelbahn, welche über ein umlaufendes Zug- und ein fix installiertes Zugseil ver- fügt. Der Antrieb erfolgt in der Tal- oder Bergstation. An das Zugseil werden, gleich wie bei einer Einseilumlaufbahn, mehrere Ka- binen mit automatischen Klemmen angebracht. Die einzelnen Kabinen bieten jeweils 4 - 15 Personen Platz. Das System der Zwei- seilumlaufbahn wurde früher für Materialseilbahnen verwendet. Ab dem Jahr 1950 wurden vereinzelt auch Bahnen für den Transport von Personen errichtet. Heute werden Zweiseilumlaufbahnen meistens als Ersatz für Pendelbahnen gebaut, da aufgrund des Trag- seils lange Spannfelder wie bei einer Pendelbahn möglich sind, gleichzeitig aber die Förderleistung einer Einseilumlaufbahn erreicht werden kann. Die Bezeichnung in Fachkreisen lautet ZUB.
Funktionsweise
Der Antrieb einer Zweiseilumlaufbahn erfolgt mit einem zentralen Elektromotor. Er befindet sich in einem der Stationsgebäude und kann auch unterflur eingebaut werden. Über ein Getriebe treibt er die Umlenkscheibe an, um welche das Zugseil läuft. Die Abspan- nung findet man bei den meisten Anlagen in der Gegenstation.
Alle Kabinen sind mit einer mechanischen Klemme ausgerüstet, welche sich im Kupplungsbereich der Station automatisch an das Zugseil klemmt. Dabei wird die Kabine entweder über Reifenförderer oder über die sogenannte schiebe Ebene auf die Streckenge- schwindigkeit beschleunigt. Beim Schliessvorgang der Klemme werden gleichzeitig die oberhalb der Klemme am Gehängearm be- festigten Laufrollen auf das Zugseil geführt. Im Stationsbereich dienen sie als Führungsrollen für die Fortbewegung der Kabine. Um die einzelnen Kabinen innerhalb der Stationen in die Abstellbereiche befördern zu können, gibt es spezielle Weichen.
Auf der Strecke befinden sich Stützen, die das Seil hoch halten. Da die Zweiseilumlaufbahn über ein Tragseil verfügt, werden nur wenige Stützen benötigt. Besonders in ungleichmässigem Gelände oder bei der Überspannung kleiner Täler ist dies ein grosser Vorteil im Vergleich zu der technisch fast identischen Einseilumlaufbahn.