Standseilbahn
Pendelbahn

1893 konnte die Stanserhornbahn nach zweijähriger Bauzeit dem Betrieb  übergeben werden. Sie verkehrte von Anfang an nur im Sommer, obwohl man 1934 darüber nachdachte, von der Zwischenstation Blumatt einen Tunnel durch den Berg  zu bohren, da man auf der anderen Seite ein wunderbares Skigebiet vermutete.  Infolge fehlender Finanzen wurde dieses Projekt aber wieder aufgegeben.

Die Standseilbahn bestand aus drei voneinander komplett  unabhängigen Sektionen, bei welchen jeweils in der Bergstation ein elektrischer  Antrieb eingebaut war, welcher die Wagen auf und ab bewegte. Als Hilfsantrieb stand eine Dampfmaschine zur Verfügung, die allerdings nur selten zum Einsatz kam, da der Betrieb grundsätzlich reibungslos verlief.

Um die Talstation in Stans mit der Schiffanlegestelle der  Vierwaldstättersee-Schiff fahrt in Stansstad zu verbinden, baute man eine  Trambahn, welche am 26. August 1893 den Betrieb aufnahm.

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Ein Wagen der 3. Sektion unterhalb der Bergstation.
Ein Motorwagen der Trambahn bei der Talstation in Stans.
Ausweichstelle der 2. Sektion.
Ein Wagen der 3. Sektion oberhalb des im Text erwähnten Tunnels.
Antrieb der heutigen Standseilbahn.
Der alte Antrieb bei der Bergstation.

Diese Trambahn wurde aber bereits 1903 durch die Stansstad - Engelberg - Bahn - die heutige Zentralbahn - ersetzt, welche von nun an die Verbindung zur restlichen Welt herstellte. Die zweiachsigen Motorwagen der Trambahn verschwanden nach einem Einsatz von gerade mal zehn Jahren wieder aus den Strassen von Stans.

Einige wenige Überreste dieser Bahn sind jedoch noch heute sichtbar.

Im Jahr 1970 fiel das Berghotel auf dem Stanserhorn und so auch die  Bergstation der Standseilbahn inklusive Antrieb einem Feuer zum Opfer. Weshalb der Brand ausbrach ist bis heute nicht ganz geklärt. Man kam aber zum Schluss, dass die alten Überspan- nungsableiter bei der Zwischenstation Blumatt während eines Gewitters “ansprachen”. Dieser Ableiterstrom gelangte über den Erdungsleiter auf das Dach des Maschinenhauses und von da über das Telefonkästchen auf die Freileitung des Telefons. Beim Telefonkästchen auf dem Kulm kam es zu einem Überschlag, der den Brand ausgelöst hat. Man zieht aber auch die Möglichkeit eines Blitzschlags in die Hochspannungsleitung in der Nähe der Station Blumatt in Betracht, wodurch das Feuer auf die selbe Art hätte ausgelöst werden können.

Obwohl zwischen den Stationen Kälti und Stanserhorn schon seit bald 40 Jahren keine Standseilbahn mehr gefahren ist, lässt sich noch sehr viel von der ehemaligen Bahn erkennen. In der Station Kälti ist der Perron der 2. Sektion noch vorhanden und auch der Bahndamm ist noch da. Letzerer ist allerdings überwachsen und stellenweise verschüttet. Von der neu gebauten Luftseilbahn aus lässt sich der Streckenverlauf gut erkennen. Von der Ausweichstelle ist aber fast nichts mehr zu sehen. Unterhalb der Zwischenstation Blumatt ist die Trasse gut sichtbar. Ein Wanderweg kreuzt die stillgelegte Strecke mehrmals und ermöglicht dem Seilbahnfan so den direkten Kontakt zu den Relikten der 1. Sektion.

Auch die Trasse der 3. Sektion ist noch auf der vollen Länge da, teilweise aber ebenfalls verschüttet. Der Tunnel bei der Bergstation macht noch einen guten Eindruck. Es sieht fast aus, als wenn hier noch vor wenigen Jahren die letze Standseilbahn durchgefahren wäre. Die unterhalb dieses Tunnels gelegene Ausweichstelle befindet sich ebenfalls in entsprechend gutem Zustand und erinnert an die alte Standseilbahn, die hier verkehrte. Auch die Einfahrt in das Hotelgebäude ist noch vorhanden. Auch hier liegen noch die Gleise.

In der Talstation in Stans wurde im Eingangsbereich eine kleine  Ausstellung gestaltet, welche an die alte Stanserhornbahn erinnert.  Erinnern an die alte Zeit tut auch die noch komplett intakte 1. Sektion von  Stans nach Kälti. Noch heute ist die alte Antriebsanlage mit den Holzzahnrädern im Einsatz. Lediglich Motor und Getriebe wurden den aktuellen Standards und den geltenden Sicherheitsvorschriften angepasst.

Auf dem Gipfel erinnern die Überreste des alten Antriebs an die Zeiten der Standseilbahn auf dem Stanserhorn. Ansonsten dominieren aber die markante Bergstation der Luftseilbahn und das kürzlich neu gebaute Panorama-Drehrestaurant.

Ein Wagen der 3. Sektion unterhalb der Bergstation.

Antrieb der heutigen Standseilbahn.

Ein Wagen der 3. Sektion oberhalb des im Text erwähnten Tunnels.

Ausweichstelle der 2. Sektion.

Ein Motorwagen der Trambahn bei der Talstation in Stans.

Der alte Antrieb bei der Bergstation.

Das neu aufgebaute Restaurant wurde auf dem Fundament des Anfang der 70er-Jahre abgebrannten Hotels aufgebaut. Die Grundmauern erfüllen so auch heute noch ihren Zweck.

Damit ein Ersatzteillager für die heute noch in Betrieb stehende 1.  Sektion der Standseilbahn aufgebaut werden konnte, wurden Teile von den beiden stillgelegten Sektionen abgebaut. Auch die Wagen wurden entfernt. Ein Untergestellt eines Wagens befindet sich noch in der Station Blumatt. Ein weiterer Wagen hatte die Ehre, als Fasnachtswagen dienen zu dürfen.

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Technische Daten:

1. Sektion

2. Sektion

3. Sektion

Status

in Betrieb

stillgelegt

stillgelegt

Eröffnung

1893

1893

1893

Stilllegung

-

1970

1970

Antriebsart

elektrisch (Berg)

elektrisch (Berg)

elektrisch (Berg)

Talstation

Stans

Kälti

Blumatt

Bergstation

Kälti

Blumatt

Stanserhorn

Länge

1550 m

1090 m

1280 m

Höhenunterschied

264 m

507 m

629 m

Max. Steigung

17 %

52,5 %

63 %

Fahrtdauer

9 min

18 min

22 min

Wagen

2

2

2

Plätze

37

37

37

Geschwindigkeit

4,3 m/s

2,1 m/s

2,1 m/s

Notantrieb

Diesel

Dampf

Dampf

Bilder:

Stanserhornbahn, M. Arnold