Standseilbahn
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Besonderheiten

Als besondere Bauform gibt es Bahnanlagen mit nur einem Wagen. Man spricht dann von einer Windenbahn. Das Zugseil wird bei solchen Anlagen auf einer grossen Winde in der Bergstation auf- oder abgewickelt. Eine Ausweiche fehlt gänzlich.

Ähnlich wie eine Standseilbahn funktionieren die sogenannten Schrägaufzüge. Es handelt sich dabei um kleine Anlagen mit meist nur einem Wagen, welcher auf einem Stahlrohr läuft. Betrieben werden Schrägaufzüge automatisch wie ein Aufzug. Die Strecken sind maximal einige hundert Meter lang. Gelegentlich werden Schrägaufzüge auch zur Erschliessung von Wohnanlagen verwendet, welche in einer starken Hanglage liegen (anstelle eines normalen Aufzuges).

Früher wurden Standseilbahnen mit Wasserballast betrieben. Dabei wurde jeweils der Wagen welcher sich in der Bergstation befand mit Wasser befüllt. Hierzu waren spezielle Tanks unterhalb des Fahrgastraums angebracht. Das zusätzliche Gewicht im bergseitigen Wagen bewirkte die nötige Bewegung des Seils. In der Talstation wurden die Wassertanks entleer und der Ablauf begann von vorne. Mit Wasserballast betriebene Anlagen verfügten über eine Zahnstange in der Gleismitte. Auf diese wirkte ein Bremszahnrad, welches vom Wagenführer des jeweils talfahrenden Wagens bedient wurde und eine Begrenzung der Geschwind- igkeit ermöglichte. Heute gibt es nur noch wenige Bahnen dieses Typs. Eine befindet sich im Zentrum der Stadt Fribourg.

In Paris befindet sich die Standseilbahn zum Montmartre, welche über eigene Fahrspuren für jeden Wagen verfügt. Dort bewegen sich die Wagen zwar gegenläufig. Effektiv handelt es sich aber um zwei unabhängige Windenbahnen.

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Beschrieb

Die Standseilbahn, oft auch als Drahtseilbahn bezeichnet, fährt gezogen von einem Stahlseil auf Schienen. Dabei hängen ähnlich wie bei Pendelbahnen zwei Wagen am selben Seil und bewegen sich gegenläufig. Der Antrieb erfolgt mit einem zentralen Elektro- motor. Früher wurden Standseilbahnen oft mit Wasserballast betrieben. Standseilbahnen erlebten ihre Blütenzeit in den Anfängen des 20. Jahrhunderts. Mit dem Bau von Luftseilbahnen traten sie vermehrt in den Hintergrund. Moderne Standseilbahnen werden meistens auf aufgeständerten Fahrbahnen errichtet um die Anpassungen im Gelände möglichst gering zu halten. In Fachkreisen wird die Standseilbahn als SSB bezeichnet.

Funktionsweise

Beide Wagen einer Standseilbahn werden durch das Zugseil bewegt, welches zwischen den Schienen auf Rollen läuft. In der Berg- station sorgt ein Elektroantrieb für die Bewegung des Seils. Bei der klassischen Bauart findet man nur bergseitig ein Seil, da die Abwärtsbewegung alleine durch die Schwerkraft erfolgt. Bei modernen Anlagen wird aber oft auch talseitig ein Seil angebracht und in der Talstation mit einem Betongewicht abgespannt. So lässt sich das bergseitig Zugseil dauernd auf Spannung halten. Ein Auf- schaukeln der Wagen beim Bremsvorgang wird so verhindert.

Bis auf wenige Ausnahmen haben alle Standseilbahnen nur ein Gleis, welches in der Streckenmitte mit einer automatischen Aus- weichstelle auf zwei Spuren zum Kreuzen der Wagen erweitert wird. Dabei wird eine sogenannte Abt’sche Weiche verwendet, welche ohne bewegliche Teile auskommt. Sie weist aussenseitig eine durchgehende Schiene auf. Innenseitig ist diese aufgetrennt. Damit nun die Wagen immer der selben Fahrspur folgen, haben sie auf einer Seite einen doppelten Spurkranz, auf der anderen Seite lediglich eine Walze. Der Wagen, welcher die Spurkränze auf der linken Seite hat, befährt die Ausweiche immer auf dem linken Gleis. Der zweite Wagen fährt analog immer rechts. Mit diesem System ist ein Zusammenstoss komplett ausgeschlossen.

Um im Falle einen Seilrisses zu verhindern, dass die Wagen mit zunehmender Geschwindigkeit talwärts fahren, sind sie mit Fang- bremsen ausgerüstet. Dabei handelt es sich um eine Zange, welche sich an die Schiene klemmt sobald eine bestimmte Spannung auf dem Zugseil unterschritten wird.

Kommandopult einer Standseilbahn
Klassische Standseilbahn
Antrieb älterer Bauart
Ausweiche mit Abt'scher Weiche
Moderner Antrieb einer Standseilbahn
Befestigung des Zugseils unter dem Wagen
Links der Doppelspurkranz, rechts die Walze
Montmartre-Seilbahn in Paris
Beispiel eines Schrägaufzugs