
Hier findest du verschiedene Begriffe aus der Seilbahnwelt, die hier erklärt werden. Wenn du selbst einen Begriff kennst, der hier fehlt, so klicke links auf “Begriff einsenden”. Dort kannst du selbst einen Begriff in das Lexikon eintragen.
Dies ist eine automatische Ausweiche bei Standseilbahnen. Dabei kommen Weichen zum Einsatz, die ohne bewegliche Teile aus- kommen. Da die Wagen auf der einen Seite einen Doppelspurkranz und auf der anderen Seite eine Walze aufweisen, fahren die beiden Wagen immer auf der selben Seite der Ausweiche entlang. Eine Kollision der Wagen an der Ausweiche ist so nicht möglich.
Jede Seilbahn verfügt über verschiedene Bremssysteme. Die Betriebsbremse wird für Bremsungen im normalen Betrieb benutzt, die sich nicht ausschliesslich über die Reduzierung der Drehzahl des Elektromotors ausführen lassen. Die Bremse wirkt oft direkt auf spezielle Bremsflächen an der Antriebsscheibe. Sie kann aber auch zwischen Motor und Getriebe oder zwischen Getriebe und Motor angebracht werden.
Bruchstabschalter
Bruchstabschalter findet man an den Wippen der Rollenbatterien von Umlaufbahnen. Sollte das Seil entgleisen, bewegt sich die Wippe aufgrund der Schwerkraft und bricht einen Stab an einer Sollbruchstelle. Dadurch wird ein Überwachungsstrom unterbrochen und sofort ein Nothalt ausgelöst.
DLM-Bahnen sind Umlaufbahnen mit zwei Zugseilen wobei ein einzelnes Seil einfach in einer doppelten Schlaufe gelegt wird. Ent- wickelt wurde das System von der Firma Doppelmayr. Eine genaue Beschreibung findet sich hier. Solche Bahnen werden heutzu- tage nicht mehr gebaut. Ihr Nachfolger ist das Funitel.
DMC (Double Mono Cable)
Dies ist eine Umlaufbahn mit zwei Zugseilen, welche je über einen eigenen Antrieb verfügen. Genaue Beschreibung hier. Heute werden keine solchen Anlagen mehr gebaut, da Anfang der 90er-Jahre das Funitel-System eingeführt wurde.
Dosierer
Bei Umlaufbahnen werden Vorrichtungen eingesetzt, die den Abstand zur vorausfahrenden Gondel gewährleisten. Bei modernen Anlagen erfolgt dies über Reibräder. Bei älteren Anlagen befindet sich eine mechanische Blockade auf dem Stationsgleis. Entfernt wird sie entweder automatisch über eine Zeitschaltung, bei ganz alten Anlagen manuell mit einer Schnur, welche den Schalter be- tätigt.
Dies ist eine Vorrichtung an der Stationseinfahrt von Umlaufbahnen, welche pendelnde Gondeln oder Sessel stabilisiert, damit diese störungsfrei vom Förderseil abgekuppelt werden können.
Einseilpendelbahn (EPB)
Dabei handelt es sich um eine Pendelbahn, welche nur über ein einziges Seil pro Fahrspur verfügt, welches gleichzeitig als Trag- und Zugseil dient. Solche Anlagen haben in der Regel nur kleinere Kabinen mit einem Fassungsvermögen von ca. 20 Personen. Ihr Vorteil ist eine einfachere und dadurch günstigere Infrastruktur. Nachteilig ist jedoch der Fahrkomfort, welcher sich keinesfalls mit dem einer klassischen Pendelbahn vergleichen lässt.
EUB
Abkürzung für Einseilumlaufbahn. Genaue Beschreibung siehe hier.
Das sind die einzelnen Gondeln oder Sessel einer Umlaufbahn. Generell sind auch die Wagen und die Kabinen von Standseil- und Pendelbahnen Fahrbetriebsmittel. Hier wird der Begriff allgemein jedoch seltener verwendet. Grundsätzlich gilt der Begriff jedoch für alle Gefässe welche dem Transport von Fahrgästen und/oder Material dienen. Die gebräuchliche Abkürzung lautet FBM.
Fangbremse
Bei Pendelbahnen findet man am Laufwerk pro Tragseil je mindestens zwei Bremsklötze, welche sich seitlich der Seile befinden. Im Falle eines Zugseilrisses wird eine Mechanik ausgelöst, welche die Bremsen auslöst. Diese bringen dann die Kabine innert wenigen Metern zum stehen. Bei neueren Pendelbahnen wird oft auf eine Fangbremse verzichtet. Als Ersatz dafür wird jeweils ein endlos gespleisstes Zugseil verwendet, an welches die Kabine geklemmt wird. Da dabei das Seil sich nicht von der Kabine los- reissen kann, ist die Fangbremse nicht mehr nötig. Ein weiterer Aspekt ist die Tatsache, dass eine Kabine, welche über eine Fang- bremse verfügt, nach Gesetz mit einem Kabinenbegleiter besetzt sein muss.
Fangbremswagen
Da es in den 70er-Jahren zu einem Zwischenfall gekommen ist, bei welchem eine Fangbremse nach einem Seilriss ins Leere griff weil das Laufwerk bei der Überfahrt einer Stütze kurz abgehoben ist, müssen seither Fangbremsen an einem separaten Laufwerk- teil montiert werden, welcher beweglich am restlichen Laufwerk befestigt ist. Die Alternative dazu ist, dass man die Kabine bewe- glich an Stahlketten am Gehänge befestigt. In beiden Fällen wird erwirkt, dass das Gewicht der Kabine in keinem Fall das Laufwerk entlasten kann. Letzteres ist nötig, damit ein Abheben möglich ist.
Förderseil
So nennt man das Seil bei Umlaufbahnen sowie bei Einseilpendelbahnen. Es dient jeweils gleichzeitig als Trag- und Zugseil.
Funifor
So heisst eine spezielle Bauart einer Pendelbahn. Beide Fahrspuren können dabei unabhängig voneinander betrieben werden. Eine genaue Beschreibung findet sich hier.
Funitel
Dies ist eine Umlaufbahn mit zwei seitlich geführten Förderseilen. Solche Anlagen haben eine sehr hohe Windstabilität und werden daher fast ausschliesslich in exponierten Gebieten errichtet. Genaue Beschreibung hier.
Hier werden nachts die Sessel bzw. Gondeln einer kuppelbaren Umlaufbahn vor der Witterung geschützt abgestellt. Ebenfalls kön- nen hier während den Betriebszeiten nicht benötigte Fahrbetriebsmittel abgestellt werden. Oft befindet sich in der Garage auch eine Werkstatt, in welcher Kleinreparaturen erledigt werden können. Den Vorgang wenn Fahrbetriebsmittel in die Garage verscho- ben werden nennt man garagieren. Fixgeklemmte Bahnen haben in der Regel keine Garage, da die Sessel oder Gondeln während der ganzen Saison, gelegentlich auch während dem ganzen Jahr, am Seil verbleiben.
Gruppenpendelbahn (GPB)
Dabei handelt es sich um eine Pendelbahn mit mehreren aneinander gehängten Kabinen pro Fahrspur. Gruppenpendelbahnen sind in der Regel kleine Anlagen, bei welchen jedoch die Förderkapazität von nur einer Kabine pro Fahrt nicht ausreicht und daher mehrere Kabinen eingesetzt werden. Eine solche Anlage ist eine Alternative zu einer kleinen, klassischen Pendelbahn.
Gruppenumlaufbahn (GUB)
Es handelt sich dabei um eine Einseilumlaufbahn, bei welcher mehrere Kabinen direkt hintereinander ans Seil geklemmt sind. Jede solche Anlage verfügt über mindestens zwei solcher Gruppen. Solche Anlagen sind vorllem dort geeignet, wo eine Gondel- bahn zu gross, eine kleine Pendelbahn jedoch zu klein ist.
Dies ist ganz schlicht und einfach der Antrieb, der im Normalbetrieb für die Bewegung des Zugseils sorgt. Meistens gibt es auch einen zusätzlichen Notantrieb. Die Bewegung wird mit einem Elektromotor erzeugt welcher über ein Getriebe auf die Antriebs- scheibe wirkt.
So nennt man die speziellen Transportketten in den Stationen, mit welchen die Sessel oder Gondeln von Umlaufbahnen fort- bewegt werden. Man findet sie in der Regel bei Anlagen mit Beschleunigung über eine schiefe Ebene. Mit Kettenförderern lässt sich ein Fahrbetriebsmittel nicht auf die Seilgeschwindigkeit beschleunigen. Eine Alternative zum Kettenförderer sind beispiels- weise Reifenförderer.
Kommandopult
Dies ist der Steuertisch, von welchem aus eine Seilbahn bedient wird. Gleichzeitig erfolgt dort auch die Rückmeldung von ver- schiedenen Funktionen. Beispielsweise lässt sich überprüfen ob die Türen der Kabinen geschlossen sind. Ebenfalls werden Windwarnungen mit einer Lampe angezeigt. Meistens befindet sich auch die Steuereinheit des Notantriebs auf dem Kommandopult. Bei Pendel- und Standseilbahnen kann die Steuerung auch so umgestellt werden, dass eine Bedienung aus den Kabinen bzw. Wagen möglich ist. Bei modernen Seilbahnen kommt oft ein computergestütztes System zum Einsatz.
Kopierwerk
Diese Einrichtung findet man grundsätzlich bei Pendel- und Standseilbahnen. Ein Kopierwerk teilt der Steuerung mit, wo sich die Kabinen bzw. Wagen befinden. Dazu wird mechanisch am Antrieb dessen Bewegung gemessen und in elektrische Signale umgewandelt. Die An- zeige erfolgt dann grafisch am Kommandopult und/oder digital am Steuerungsschrank. Bei Anlagen mit einem konventionellen Kommandopult befindet sich in der Regel oberhalb aller Anzeigen eine Art Lineal auf welcher sich oben und unten die beiden Fahrbetriebsmittel bewegen. Auf diesem Lineal sind bei Pendelbahnen auch die Stützen eingezeichnet. In der Regel finden sich auch Markierungen für Stationseinfahrten oder Stellen auf der Strecke, an denen die Fahrgeschwindigkeit reduziert werden muss. Kopierwerke sind in der Regel doppelt ausgeführt. Äusserst selten findet man noch Anlagen, bei welchen die Übertragung von den Messinstrumenten zum Kommandopult mechanisch erfolgt. Kopierwerke gibt es auch bei Umlaufbahnen. Dort wird jedoch nicht die Bewegung des Seils gemessen, sondern die Abstände in denen die Fahrbetriebsmittel an das Förderseil geklemmt werden. Die Anzeige erfolgt elektronisch über LEDs oder über einen Monitor. Oft wird dabei auch der Referenzsessel gekennzeichnet.
KSB
So lautet die Abkürzung für kuppelbare Sesselbahn. Genaue Beschreibung hier.
Kuppelstelle
Damit wird der Ort in der Station einer Umlaufbahn bezeichnet, wo die Klemme eines Sessels oder einer Gondel geschlossen und somit an das Seil geklemmt wird. Die Stelle, wo die Klemme wieder gelöst wird, trägt die selbe Bezeichnung. In nächster Nähe der Kuppelstelle befindet sich auch die Einrichtung für die Klemmkraftprüfung.
Im Falle eines Stromausfalls sorgt der Notantrieb dafür, dass die auf der Strecke befindlichen Fahrbetriebsmittel zurück in die Stationen gefahren werden können. Es handelt sich dabei um einen Dieselmotor, welcher meistens hydrostatisch auf einen Hy- draulikmotor wirkt. Letzterer treibt dann die Antriebsscheibe an. Diese Hydraulikmotoren befinden sich direkt an der Antriebs- scheibe. Ein Notantrieb ermöglicht keine so hohe Geschwindigkeit wie der Hauptantrieb. Trotzdem lässt sich damit eine Anlage innert kurzer Zeit leerfahren. Gesetzlich zulässig ist eine maximale Dauer von einer Stunde bis die Bahn komplett leer ist.
Dies ist die Abkürzung für Pendelbahn. Eine genaue Beschreibung findet sich hier.
Pendelarm
So bezeichnet man das Metallrohr einer Umlaufbahn, welches die Kabine mit der Klemme verbindet. Es ist an der Klemme wie auch an der Kabine beweglich gelagert und ermöglich so den Ausgleich von Schwingungen.
Dabei handelt es sich um einen oder mehrere spezielle Sessel oder Gondeln, die von einem Sensor in den Stationen erfasst werden. Anhand von der Durchfahrt eines Referenzsessels in der Kuppelstelle werden die anderen Fahrbetriebsmittel im richtigen Abstand an das Seil geklemmt. Verfügt die Anlage über ein Kopierwerk, so wird dort der Referenzsessel meistens gesondert ge- kennzeichnet.
Reifenförderer
Sie sind eine Möglichkeit um die Fahrbetriebsmittel von Umlaufbahnen in den Stationen zu fortzubewegen. Ebenfalls dienen sie dazu um Sessel oder Gondeln vor dem Kuppeln ans Seil auf die Seilgeschwindigkeit zu beschleunigen bzw. um sie bei der An- kunft in der Station nach dem Entkuppeln wieder abzubremsen. Es handelt sich um Gummireifen, die von oben auf spezielle Rei-- bungsflächen an den Klemmen wirken. Angetrieben werden sie durch einen zentralen Elektromotor. Teilweise gibt es mehrere Motoren welche je nur auf eine bestimmte Gruppe Reifen wirken. Mit Übersetzungen lässt sich erreichen, dass sich die Reifen in den Beschleunigungs- und Verzögerungszonen in unterschiedlichen Geschwindigkeiten drehen und so eine angenehme, gleich- mässige Beschleunigung bzw. Verzögerung ermöglichen. Allgemein sind Reifenförder heute der Standard für neue Anlagen.
Rettungsbahn
Lässt sich eine defekte Luftseilbahn nicht mit dem Notantrieb leerfahren, beispielsweise bei einer Seilentgleisung, wird grund- sätzlich aus der Kabine abgeseilt. Bei grossen Höhen ist dies nicht möglich. Daher verfügen Anlagen mit grossem Bodenabstand über eine von der eigentlichen Anlage unabhängigen Rettungsbahn. In der Regel wird eine Kabine oder ein Gitterkorb auf das normale Trag- oder Förderseil aufgebracht und mit eigenem Antrieb entweder seitlich (Umlaufbahnen) oder frontal (Pendel- bahnen) an die feststeckenden Kabinen herangefahren. Es gibt aber auch Bahnen mit eigenem Zug- und Tragseil. Befindet sich die Technik in der Bergstation, so können Rettungsbahnen insbesondere bei Pendelbahnen als Windenbahn ausgeführt werden. Standseilbahnen verfügen nicht über Rettungsbahnen, da der Ausstieg auf der Strecke jederzeit möglich ist. Treppen neben den Gleisen führen zur Berg- und Talstation.
Rollenbatterien
Darunter versteht man hintereinander angeordnete Rollen über welche bei Stützen das Seil von Umlaufbahnen geführt wird. Die einzelnen Rollen verfügen meistens über Gummieinlagen. Die Rollen sind nicht direkt an der Stütze angebracht, sondern in spez- iellen Wippen. In der Regel befinden sich mehrere Wippen pro Fahrspur an einer Stütze.
Das ist eine Sicherheitseinrichtung an den Kabinen einer Pendel- oder Standseilbahn, die überwacht ob das Zugseil unter Span- nung steht. Ist dies nicht der Fall, so wird sofort automatisch die Fangbremse ausgelöst. Moderne Pendelbahnen ohne Fang- bremse verfügen über keine solche Sicherheitsfunktion.
Sicherheitsbremse
Die Sicherheitsbremse ist unabhängig von der Betriebsbremse ausgeführt. Sie wird eingesetzt, wenn die Betriebsbremse im lauf- enden Betrieb ausfällt oder bei einer Notbremsung als zweite Bremse. Die Sicherheitsbremse kann direkt am Antriebsrad, an der Achse zwischen Motor und Getriebe oder zwischen Getriebe und Antriebsscheibe angebracht werden. Es ist gesetzlich erlaubt, dass sie auf die selbe Achse wirkt wie die Betriebsbremse. Optisch ist sie nicht von der Betriebsbremse zu unterscheiden.
SB
Dies ist die Abkürzung für eine fixgeklemmte Sesselbahn. Genaue Beschreibung hier.
SSB
Die gebräuchliche Abkürzung für Standseilbahn. Die genaue Beschreibung findet sich hier.
Man findet sie nur bei Pendel- und Zweiseilumlaufbahnen. Auf ihnen laufen die Laufwerke, bewegt durch das Zugseil. Kleinere Bahnen haben meistens nur ein Zugseil, grosse Anlagen deren zwei. Zwei Tragseile ermöglichen nicht nur grössere Lasten, sondern bieten eine bessere Windstabilität. Der seitliche Abstand zwischen beiden Seilen beträgt in der Regel 50 - 60 Zentimeter. Das Seil einer Umlaufbahn dient zwar auch als Tragseil, wird aber als Förderseil bezeichnet.
Darunter versteht man eine Kombination von Motor und Generator, welche miteinander verbunden sind und den benötigten Strom für den Antrieb einer Seilbahn aus dem lokalen Stromnetz umformen (Wechselstrom in Gleichstrom). Heutige Anlagen haben meist keine rotierende Umformer mehr, sondern statische Frequenzumrichter, über welche der Drehstromantrieb angesteuert wird.
Windenbahn
Darunter versteht man eine Standseil- oder Pendelbahn mit nur einem Wagen bzw. nur einer Kabine. Das Zugseil wird dabei in der Bergstation auf einer grossen Trommel abhängig von der Fahrrichtung auf- oder abgerollt. Ganz selten befindet sich der An- trieb einer Windenbahn auch in der Talstation. Dazu wird das Seil neben oder über der Fahrspur von der Berg- zurück zur Talsta- tion geführt. Nicht als Windenbahn gelten Pendelbahnen mit nur einer Kabine und umlaufendem Zugseil (z.B. die 4. Sektion der Schilthornbahn).
Abkürzung für Zweiseilumlaufbahn. Genaue Beschreibung hier.
Zugseil
Dieses Seil dient der Bewegung der Fahrbetriebsmittel. Es wird vom Hauptantrieb über die Antriebsscheibe angetrieben. Das Seil einer Umlaufbahn zieht zwar auch die einzelnen Fahrbetriebsmittel, wird aber aufgrund seiner gleichzeitigen Funktion als Trag- und Zugseil als Förderseil bezeichnet.