Pendelbahn
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Die Mineral-Quelle im kleinen Buschentall bei Weissenburg im Simmental kannte man schon vor langer Zeit. Im Jahre 1604 liess der Berner Rat in nächster Nähe zur Quelle ein Badehaus errich- ten. Es wurde 1837 stark erweitert und bot 150 Personen Platz. 20 Jahre später kam ein weiteres Badehaus einige Gehminuten weiter vorne im Tal dazu. Ein eigener Kurarzt sorge für die Gesundheit der Badbesucher.

Im Jahr 1898 brannte das zweite Haus komplett nieder. Direkt im Anschluss wurde es jedoch wieder neu aufgebaut. Nachdem es im ersten Weltkrieg geschlossen war, renovierte man das Haus 1926 grundlegend. Kurz später besuchte die damalige holländische Königin das Weissen- burgbad. Es folgte ein starker Aufschwung, welcher durch den zweite Weltkrieg kurz später bereits wieder zunichte gemacht wurde.

Nach dem Krieg führte man das Kurhaus ungefähr 20 Jahre lang als Hotel weiter. Der Erfolg war jedoch mässig, was dazu führte, dass die Einrichtung in den 60er-Jahren endgültig geschlossen wurde. 1974 brannte das Hotel erneut bis auf die Grundmauern nieder. Letztere sind heute noch als Gedenkstätte vorhanden und sind ein beliebtes Wanderziel.

In einem Kellerraum des Kurhauses wurde ab dem Jahr 1935 das Quellwasser als Mineralwasser in Flaschen abgefüllt. Bereits drei Jahre später war man gezwungen zu expandieren. Man ver- legte Leitungen und baute eine grosse Abfüllanlage im Dorf. Später schloss man sich mit der Feldschlösschen AG zusammen. Mitte der 90er-Jahre wurden jedoch hohe Investitionen zur Modernisierung der Anlage fällig. Daraufhin wurde der Abfüllbetrieb geschlossen.

Seither existiert das Weissenburgbad mit seinem Mineralwasser nur noch in den Köpfen der Menschen und in Form der Gedenkstätte bei den Ruinen des ehemaligen Hotels. Übriggeblieben ist jedoch eine heute noch gut erhaltene, technische Meisterleistung in Form einer Pendelbahn mit einer kleinen blauen Kabine.

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Die Seilbahn wurde im Jahr 1974 errichtet um die Quellfassung erreichen zu können, welche sich tief in der Buschenbachschlucht befindet. Und diese Bahn hat es wahrlich in sich.

Da sich am Boden der Schlucht aus Platzgründen kein Gebäude für die Bahn errichtet werden konnte, spannte man das Seil zu einer Umlenk- station am Gegenhang. Um nun zur Quellfassung zu gelangen fährt die Gondel nur bis direkt über die Schlucht. Mit Hilfe einer speziellen Winden- technik wird die sie von dort über 100 Meter senkrecht abgesenkt.

Da die Platzverhältnisse auch bei der Bergstation stark begrenzt sind, musste man das Gebäude sehr kompakt bauen. Deshalb muss die Kabine zum Ein- und Aussteigen einige Meter aus der Station herausgefahren werden.

Die Kabine in der Bergstation.

Das Kommandopult in der Bergstation.

Die Umlenktechnik an der Kabine.

Technische Daten:

Bilder:

G. Diezi, Walter Näf

Skizze zur Funktionsweise klicken für Vollbild:

Die Kabine in der Bergstation.
Das Kommandopult in der Bergstation.
Die Umlenktechnik an der Kabine

Eine weitere Besonderheit ist die Tatsache, dass das Zugseil in der Gegenstation um eine Umlenkrolle geführt führt und auf seinem Rücklauf zum Antrieb als Tragseil für die Kabine dient.

Inzwischen hat auch an dieser Bahn der Zahn der Zeit genagt. Da die Quelle nicht mehr kommerziell genutzt wird, hat sie ihren eigentlichen Einsatzzweck, die Quellfassung für Wartungsarbeiten erreichen zu können, verloren.

Sie gehört heute einem Verein, der vor einiger Zeit neue Leitungen für das Quell- wasser zum Bahnhof Weissenburg verlegt hat und sich darum kümmert, dass das Weissenburgbad nicht in Vergessenheit gerät. Ebenfalls kümmert sich der Verein um die Erhaltung der technisch einmaligen Seilbahn. Genutzt wird die Bahn allerdings nur ganz selten für Transporte zur Quellfassung.

So fristet sie heute ihr Dasein 30 Gehminuten vom Bahnhof entfernt an der schmalen Erschliessungsstrasse ihr Dasein, während Wanderer und Touristen das Mineralwasser aus den neuen Leitungen direkt am Brunnen neben der kleinen Bahnstation in ihre eigenen Flaschen abfüllen können. Eine Aufarbeitung wäre auf jeden Fall wünschens- wert. Denn eine ähnliche Anlage wird sich vermutlich weltweit nicht finden lassen.

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Pendelbahn

Status

in Betrieb

Eröffnung

1974

Antriebsart

elektrisch (Berg)

Talstation

Quellenfassung

Bergstation

Weissenburg

Länge

212 m

Absenken nach

160 m

Absenkhöhe

115 m

Anzahl Stützen

0

Max. Steigung

53 %

Fahrtdauer

6,5 min

Kabinen

1

Plätze

4

Erbauer

Baco

Fahrgeschwindigkeit

1,6 m/s

Geschw. senkrecht

1 m/s