Pendelbahn
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Besonderheiten

Als besondere Bauform gibt es Pendelbahnen mit nur einer Kabine. Meistens sind diese technisch als Windenbahn ausgeführt. Das bedeutet, dass das Zugseil nicht umläuft, sondern in der Bergstation auf einer grossen Winde auf- oder abgewickelt wird.

Ebenfalls gibt es selbstfahrende Pendelbahnen, welche einen thermischen Antrieb am Laufwerk besitzen. Meistens werden solche Anlagen für spezielle Holztransportbahnen verwendet. Im Südtirol gab es jedoch auch eine solche Bahn, die für den Fahrgast- transport zugelassen war.

Als Sonderbauart, ausschliesslich für kleinere Anlagen, gibt es Pendelbahnen auch mit nur einem einzigen Seil, welches zugelich als Trag- und Zugseil dient. Man spricht dabei meistens von Einseil-Pendelbahnen.

Gelegentlich werden Pendelbahnen mit zwei oder mehr Kabinen pro Fahrspur ausgestattet. Mit dieser Bauweise lässt sich einfach und kostengünstig die Kapazität einer bereits bestehenden Bahn erhöhen. Solche Anlagen werden als Gruppen-Pendelbahn bezeichnet.

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Pendelbahn mit einem Tragseil
Pendelbahn mit zwei Tragseilen

Beschrieb

Die Pendelbahn ist die klassische Luftseilbahn, in der Regel mit zwei Kabinen, welche auf jeweils einer eigenen Spur zwischen der Tal- und Bergstation pendeln. Beide Kabinen hängen am selben Seil und bewegen sich gegenläufig. Die Bezeichnung stammt von der Auf- und Abbewegung der Kabinen zwischen den beiden Stationen. In der deutschsprachigen Seilbahnszene wird die Pendel- bahn oft als PB bezeichnet.

Dieses Seilbahnsystem wird schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts für die Beförderung von Personen eingesetzt. Der Wetterhorn- aufzug in Grindelwald war die erste Bergbahn, welche nach diesem Prinzip funktionierte. Oft wurde das Pendelbahnsystem auch für Materialseilbahnen verwendet.

Ein Hoch erlebte diese Bahnart in den 50er- und 60er-Jahren mit dem aufstrebenden Tourismus. Die klassischen Stahlkabinen mit ihren runden Formen sind allerdings heute kaum mehr anzutreffen. Seit Ende der 80er-Jahre dominieren eckige Kabinenformen. Aktuell liegt der Trend bei einer Rundumverglasung um so den Fahrgästen den perfekten Panorama-Blick zu gewähren.

Funktionsweise

Die Kabine hängt am sogenannten Pendelarm unterhalb des Laufwerks. Letzteres läuft auf einem oder zwei vollverschlos- senen Tragseilen, welche in der Regel in einer der Stationen mit einem schwebenden Betongewicht auf Spannung gehalten werden. Bewegt werden die Kabinen mit dem Zugseil, welches mit einem Bolzen oder einem kleinen Poller am Laufwerk befestigt ist. Der Antrieb auf das Zugseil erfolgt mit einem zentralen Elektromotor, der sich in der Tal- oder Bergstation befindet. Meistens wird es in der jeweiligen Gegenstation mit einem Spanngewicht abgespannt. Bei einzelnen Anlagen findet man die Zugseilabspannung in der selben Station wie auch den Antrieb.

Damit im Falle eines Zugseilrisses die Kabinen nicht unkontrolliert ins Tal rollen, findet man bei Anlagen mit einer Kabinengrösse von mehr als 8 Personen am Laufwerk die Fangbremse. Dabei handelt es sich um eine Art Zange, die sich mechanisch an das Zugseil klemmt sobald eine gewisse Spannung auf dem Zugseil unterschritten wird. Mit dieser Einrichtung lässt sich auch eine grosse Kabine nach wenigen Metern sicher zum Stehen bringen. Bei Neubauten wird inzwischen oft auf diese nützliche Sicherheits- einrichtung verzichtet. Mitunter ist dies wirtschaftlicher, da bei jeder Kabine, welche über eine Fangbremse verfügt, im Fahrgast- betrieb gemäss Seilbahnvorschrift ein Kabinenbegleiter mitfahren muss.

Um die Bahn den landschaftlichen Gegebenheiten anzupassen, werden Zwischenstützen verwendet, die die Zug- und Tragseile hoch halten. Am Stützenkopf findet man die Tragseilsättel, auf welchen die Zugseile in speziellen Führungen aufgelegt sind. Dank den Führungen kann sich das Tragseil in der Bahnachse bewegen um so das Gewicht der sich bewegenden Kabine auszugleichen. Das Zugseil wird auf den Stützen jeweils inner- oder unterhalb der Sättel über Rollen geführt.

Bei Bahnen, welche über zwei Tragseile verfügen, befinden sich auf der freien Strecke die Seilreiter. Das ist eine Konstruktion in     V-Form. In der unteren Spitze befindet sich eine Rolle, über welche das Zugseil läuft. Diese Seilreiter verhindern, dass sich das Zugseil zu weit absenkt. Ebenfalls sorgt es dafür, dass die beiden Tragseile seitlich nicht von einander entfernen können. Bei Bahnen mit nur einem Tragseil sind Seilreiter nur in Einzelfällen anzutreffen. Dies liegt daran, dass meistens nur kurze oder kleinere Bahnanlagen mit lediglich einem Zugseil ausgestattet werden. Grössere Pendelbahnen mit nur einem Tragseil verfügen meistens über eine grössere Anzahl Stützen (z.B. Stanserhornbahn).

Laufwerk einer Pendelbahn
Nahaufnahme der Fangbremse
Antrieb einer Seilbahn
Beispiel einer Einseil-Pendelbahn