
Über 50 Jahre ist es her, dass die Sesselbahn von Oberdorf zum Weissenstein eröffnet wurde. Und noch immer steht die Bahn fast unverändert in Betrieb.
Die Talstation liegt direkt am Bahnhof der Bahnlinie Solothurn - Moutier, welche von der Bern - Lötschberg - Simplon Bahn mit modernen Gelenktriebwagen im Stundentakt befahren wird. Nur wenige Schritte sind es vom Bahnsteig bis zur Sesselbahn, die einen in eine vergangene Zeit entführt. Heute im Sommer vorwie- gend von Wanderern und Schulklassen bzw. im Winter von Schlit- tlern benützt führt sie über zwei Sektionen über die Mittelstation Nesselboden auf knapp 1300 Meter. Von der Bergtation aus ge- niesst man ein eindrucksvolles Panorama hinunter nach Solothurn sowie über das Mittelland. Und gleich nebenan lädt das alte Hotel zu Speis und Trank ein.
Die Strecke bietet eine Mischung von Wäldern, Felsen und saftigen Wiesen. Sie führt durch nahezu unberührte Natur. Daneben aber ebenfalls erwähnenswert ist die abenteuerliche Konstruktion gleich nach der Talstation, wo die Sesselbahn die Gleise der Bahnstrecke überquert. Zum Schutz vor den Fahrdrähten, durch die 15 Kilovolt fliessen, wurde eine Art Brücke errichtet, auf der zusätzlich eine Stütze der Sesselbahn steht. Somit ist gewährleistet, dass die Sessel ohne jegliches Risiko über die Gleise fliegen um gleich kurz später steil nach oben zu steigen.
Nach gut 10 Minuten Fahrt wird bereits die Mittelstation Nesselboden erreicht. Fahrgäste zum Weissenstein können hier sitzenbleiben um dort nach weiteren fünf Minuten ihr Ziel zu erreichen.
Ein Sessel mit glückichen Fahrgästen oberhalb der Talstation.
Antrieb der 1. Sektion in der Mittelstation.
Technische Daten:

Bilder:
M. Schmocker
Angetrieben wird die Bahn von zwei starken Elektromotoren, welche sich beide in der Mittelstation befinden. Sie wurden im Jahre 1994 bei einer Generalüberholung der Bahn eingebaut. Zum selben Zeitpunkt hielten die Fördereinrichtungen in den Stationen Einzug, die nun keine manuelle Verschiebung der Sessel innerhalb der Stationen erfordern und so dem Personal die Arbeit erleichtern.
Jedoch bereits gut zehn Jahre später scheint es nun aber aus zu sein mit der nostalgischen Sesselbahn. Immer wieder wird über einen Neubau diskutiert. Wie an vielen anderen Orten wünscht man sich hier seitens des Betreibers eine neue, moderne Gondelbahn.
Jedoch wird dabei komplett vergessen, dass die Weissenstein-Sessel- bahn ein wichtiges historisches Denkmal darstellt.
Handelt es sich doch bei dieser Bahn um eine Anlage mit der legen- dären VR101-Kuppelklemme, die den Boom im Sesselbahnbau aus- gelöst hat. Die Bahn am Weissenstein ist die letzte ihrer Art in der Schweiz. Die bis vor ein paar Jahren noch im Ursprungszustand er- haltene Bahn in Braunwald wurde durch eine neue Kombibahn ersetzt. Ebenfalls die bekannte Oeschinenseebahn wurde durch eine Gondel- bahn ersetzt.
Auch die schöne Sesselbahn am Weissenstein ist durch das neue Schweizer Seilbahngesetz dem Tode geweiht. Um die Bahn weiter längerfristig betreiben zu können, sind erneut grosse Investitionen und Umbauten nötig. Ein zweifelhaftes Gutachten eines grossen Seilbahn-Herstellers besagt, dass nur ein Neubau finanzielle Sicher- heit bieten kann. Im Gegenzug dazu setzt sich der Verein Pro Sesseli aktiv für einen Erhalt der alten Bahn ein. Es bleibt zu hoffen, dass er sein Ziel erreichen und die schöne Sesselbahn weiterhin verkehren kann. Der Verein freut sich über neue Mitglieder...
Die im Text erwähnte Brückenkonstruktion.
Die leicht im Wald versteckte Bergstation.
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Sesselbahn 1. Sektion |
Sesselbahn 2. Sektion |
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Status |
in Betrieb |
in Betrieb |
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Eröffnung |
1950 |
1950 |
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Antriebsart |
elektrisch (Berg) |
elektrisch (Tal) |
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Talstation |
Oberdorf SO |
Nesselboden |
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Bergstation |
Nesselboden |
Weissenstein |
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Länge |
1607 m |
732 m |
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Höhenunterschied |
403 m |
216 m |
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Anzahl Stützen |
? |
? |
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Max. Steigung |
? |
? |
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Fahrtdauer |
11 min |
5 min |
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Plätze pro Sessel |
2 |
2 |
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Förderleistung/h |
450 |
450 |
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Erbauer |
von Roll |
von Roll |