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20. Januar 2010 - Gondel der Gondelbahn Rougemont - La Videmanette abgestürzt

Am vergangenen Samstag ist eine Kabine der 4er-Gondelbahn Rougemont - La Videmanette auf der Talfahrt kurz nach der Aus- fahrt aus der Bergstation abgestürzt. Der Zwischenfall geschah im Laufe des Vormittags als die Fahrgäste hauptsächlich berg- wärts unterwegs waren. So war die abgestürzte Kabine glücklicherweise nicht besetzt.

Gemäss ersten Erkenntnissen wurde durch eine Prüfeinrichtung ein Alarm mit automatischem Nothalt ausgelöst als eine Gondel die Bergstation zur Talfahrt verliess. Die Anlage meldete einen Fehler an einer der beiden Klemmen der Gondel. Eine visuelle Prüfung durch einen Seilbahnangestellten führte zu keinem Befund. Daher setzte dieser die Bahn wieder in Betrieb, ordnete aber an, dass die betroffene Kabine in der Mittelstation zur genaueren Überprüfung aus dem Umlauf genommen werden solle. Bei der Überfahrt einer Stütze kurz unterhalb der Bergstation kam es dann jedoch zu einer Seilentgleisung. Das Seil wurde sofort von den sogenannten Seilfängern aufgefangen, welche seitlich an den Rollenbatterien angebracht sind und dafür sorgen dass das Seil nicht auf den Boden stürzt. Erneut kam es dadurch zu einem automatischen Nothalt. Scheinbar hielt jedoch die beschädigte Klemme der starken mechanischen Belastung nicht stand und brach entzwei. Dabei stürzte die Gondel ungefähr 30 Meter in die Tiefe.

Damit die in den bergwärts fahrenden Gondeln festsitzenden 70 Passagiere zur Bergstation gelangen konnten, wurde das ent- gleiste Seil per Hilfe eines Helikopters wieder in seine vorgesehene Lage gebracht. Im Anschluss konnte die Bahn vorübergehend den Betrieb wieder aufnehmen. Nachdem alle Fahrgäste die Bergstation erreicht hatten, wurde die Bahn aber bis zur Klärung der genauen Ursache wieder ausser Betrieb gesetzt.

Abklärungen vor Ort haben ergeben, dass nach dem ersten Nothalt die Gondel mit der fehlerhaften Klemme nur mit grossem Auf- wand zurück in die Bergstation hätte gebracht werden können, da sie sich aufgrund der Bremsverzögerung des Antriebs bereits auf freier Strecke befand. Es wäre daher nötig gewesen die ganze Seilbahnanlage rückwärts in Bewegung zu setzen. Der anwesen- de Mitarbeiter entschied sich jedoch aufgrund der nicht sichtbaren Schäden und dem hohen Passagieraufkommen gegen diese Möglichkeit.

Als erste Sofortmassnamen soll nun einerseits die Beleuchtung im Abschnitt auf welchem die Gondel zum Stehen kam - dieser befindet sich in einem kurzen, horizontalen Tunnel - verbessert werden. Zusätzlich werden die Achsen der Rollenbatterien an der beim Absturz betroffenen Stütze ersetzt. Wann die Seilbahn wieder in Betrieb gehen wird, ist zur Zeit noch unklar.

Bei La Videmanette-Gondelbahn handelt es sich um eine der wenigen noch verbliebenen Bahnen nach dem Müller-System. Dabei kommen pro Gondel je zwei Schraubklemmen zum Einsatz, welche bei der Aus- oder Einfahrt in den Stationen mechanisch über eine Art Zahnstande zu- bzw. aufgedreht werden. Die Anlage wurde 1984 grundlegend modernisiert und soll noch bis ins Jahr 2016 in Betrieb stehen.

Trotz dem, glücklicherweise glimpflich verlaufenen, Zwischenfall sei an dieser Stelle gesagt, dass Seilbahnen zu den sichersten Transportmitteln überhaupt gehören und solche Unfälle absolute Einzelfälle sind.

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