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Gondelbahn
Pendelbahn

Bereits seit dem Jahr 1889 ist der Pilatus mit einer Zahnradbahn von Alpnachstad aus erschlossen. Sie ist übrigens mit einer maximalen Neigung von 48 Prozent die steilste Zahnradbahn der Welt.

Erst über 60 Jahre später wurde der Pilatus auch aus Richtung Luzern erschlossen. Hier wählte man als Transportmittel die während der damaligen Zeit stark aufkeimende Gondelbahn.

Der Bau erfolgte durch die nicht weit von der Talstation beheimatete Firma Bell, welche die Bahn nach dem System Wallmansberger er- richtete. Bei diesem System besitzen die Gondeln Laufräder, die wie bei einer Pendelbahn auf einem Tragseil laufen. Bewegt werden sie durch ein umlaufendes Zugseil, an welchem die Gondeln mit Feder- klemmen flexibel befestigt werden können.

So entstand ein hoher Fahrkomfort bei im Vergleich zu einer Pendel- bahn erheblich grösseren Förderkapazität. Zudem erhoffte man sich damals so eine höhere Sicherheit.

Die Strecke wurde in zwei komplett eigenständige Stationen aufge- teilt. Die Antriebe beider Sektionen befanden sich in der Mittelstation Krienseregg.

Im Dezember 1954 ging die Anlage in Betrieb. Sie erfreute sich so- fort an grosser Beliebtheit, obwohl der Pilatus mit ihr noch nicht zu erreichen war. Die Pendelbahn, die die Steilwand zum Gipfel über- windet, wurde erst über ein Jahr später gebaut.

Die relativ flache Strecke führte über Wiesen und durch Wälder und war komplett knapp 5 Kilometer lang. Die Fahrt dauerte etwas mehr als eine halbe Stunde.

Anfang der 90er-Jahre kamen erste Pläne für die Erneuerung der in- zwischen in die Jahre gekommenen Gondelbahn auf. Die alte Zwei- Seilbahn sollte durch eine moderne Einseilumlaufbahn ersetzt wer- den. Neben Erhöhung der Kapazität sollte auch die Fahrzeit um einige Minuten reduziert werden.

Im Mai 1996 ging die neue Bahn schliesslich in Betrieb. Am Seil hän- gen anstatt der silbernen Metallgondeln nun moderne rote Panorama- kabinen. Sie bieten weiterhin Platz für vier Personen.

Auch die Streckenführung blieb gleich. Teilweise wurden sogar Teile von den Stützen der alten Bahn weiterverwendet, indem lediglich der Stützenkopf erneuert wurde. Die Antriebe befinden sich wie früher in der Mittelstation. Hier befindet sich auch die Abspannung der 2. Sek- tion. Dabei wirken die Spanngewichte nicht wie sonst meistens üblich auf die Umlenkscheibe, sondern auf den sogenannten Spannwagen. Auf diesem befindet sich der gesamte Antrieb, welcher auf die unter- seitig angebrachte Antriebsscheibe wirkt. Der Spannwagen selbst ist beweglich auf Rollen gelagert und kann sich in der Längsachse ent- sprechend der durch die Gewichte aufgebrachten Spannkraft bewegen.

Damit die Fahrgäste bei einem Stromausfall nicht in den Kabinen ge- fangen sind, gibt es einen dieselbetriebenen Notantrieb, welcher über je zwei Hydraulikmotoren die Antriebsscheiben bewegt.

Die Strecke der 1. Sektion unterhalb der Mittelstation.

Einer der beiden Antrieb in der Mittelstation.

Die Garagierung und die Transportbarellen in der Talstation.

Technische Daten:

Bilder:

M. Schmocker

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Die Strecke der 1. Sektion unterhalb der Mittelstation.
Einer der beiden Antrieb in der Mittelstation.
Die Garagierung und die Transportbarellen in der Talstation.

 

alte Gondelbahn  1. Sektion

alte Gondelbahn  2. Sektion

neue Gondelbahn 1. Sektion

neue Gondelbahn 2. Sektion

Status

ersetzt

ersetzt

in Betrieb

in Betrieb

Eröffnung

1954

1954

1996

1996

Antriebsart

elektrisch (Berg)

elektrisch (Tal)

elektrisch (Berg)

elektrisch (Tal)

Talstation

Kriens

Krienseregg

Kriens

Krienseregg

Bergstation

Krienseregg

Fräkmüntegg

Krienseregg

Fräkmüntegg

Länge

2158 m

2810 m

2118 m

2774 m

Höhenunterschied

-

total 889 m

-

total 889 m

Anzahl Stützen

?

?

?

?

Max. Steigung

?

?

?

?

Kabinen

?

?

132 (total)

?

Fahrgeschwindigkeit

?

?

4,5 m/s

4,5 m/s

Förderleistung/h

?

?

750

750

Erbauer

Bell

Bell

Garaventa

Garaventa

Antriebsleistung

?

?

400 kW

400 kW

Blick auf die Strecke der 2. Sektion.

Als Besonderheit verfügt die neue Bahn über mehrere spezielle Trans- portbarellen, mit welchen Lasten befördert werden können. Die Barel- len werden wie normale Gondeln an das Seil geklemmt. Über Weichen können sie dann an ihrem Ziel zum Entladen bequem aus dem Um- lauf entfernt werden.

Wenn die Barellen gerade nicht benötigt werden, so können sie auf einem eigenen Gleis in der grossen Garagierungshalle abgestellt wer- den. Letztere befindet sich bei der Talstation und dient nachts als Depot für die Passagiergondeln. Ebenfalls können dort bei geringem Andrang einzelne Gondeln abgestellt und die Bahn so nur mit vermin- derter Kapazität betrieben werden. So lassen sich einerseits die Be- triebskosten reduzieren. Andererseits wird damit aber auch der Ver- schleis möglichst gering gehalten.

Ein kleiner Tipp zum Schluss: Bei der Bergstation Fräkmüntegg befin- det sich nicht nur eine bekannte Rodelbahn, sondern auch der einzige Korblift der Schweiz. Er führt von der Bergstation zum einige Meter tie- fer gelegenen Restaurant.

Blick auf die Strecke der 2. Sektion.

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