
Der Oberaarsee liegt in einem Hochtal an der Grenze vom Kanton Bern zum Kanton Wallis. Hier befindet sich ein Stausee der Kraft- werke Oberhasli.
Bereits für den Bau der Staumauer wurde eine inzwischen wieder voll- ständig rückgebaute Werkseilbahn gebaut. Diese führte von Ober- wald hinauf auf die Bergkante und von dort wieder hinunter zum Stausee. Die Staumauer wurde im Jahr 1953 bei Bau des Kraftwerks Grimsel 1 errichtet. Die beiden heutigen Seilbahnen folgten erst später, als in den 70er-Jahren das Kraftwerk Grimsel 2 gebaut wurde.
Für die Kraftwerke Oberhasli ist der Oberaarsee sehr wichtig. Denn hier kann vom Grimselsee her Wasser eingelagert und so für eine spätere Benützung gespeichert werden. In der Nacht nutzt man dabei günstige Stromüberproduktionen aus dem Netz um Wasser hochzu- pumpen, welches dann tagsüber wieder zur Erzeugung von Spitzen- energie genutzt werden kann. Der Wirkungsgrad liegt dabei bei un- gefähr 80 Prozent.
Die beiden Seilbahnen vom Grimselnollen über den Kessiturm zum Oberaarsee wurden ebenfalls Anfang der 70er-Jahre errichtet. Mit ihnen kann die Oberaarseestaumauer ganzjährig bequem und schnell erreicht werden. Im Sommer führt auch eine öffentliche, etwa sechs Kilometer lange Strasse hinauf, welche allerdings nur nach Fahrplan im Einspurbetrieb befahren werden darf. Etwas oberhalb des Sees befindet sich an dieser Strasse ein gemütliches Berggasthaus.
Die 1. Sektion der Seilbahn führt vom Grimselnollen bis zum Was- serschloss Kessiturm. Dabei überquert sie zuerst den Grimselsee, erreicht dann über drei Stützen den höchsten Punkt um danach über ein leichtes Gefälle die Bergstation zu erreichen. Der Antrieb und die Steuerung befinden sich hier in der Talstation.
Vom Kessiturm aus führt die 2. Sektion zum Oberaarsee. Dieser liegt gerade mal 91 Meter höher als das Wasserschloss Kessiturm. Dazwi- schen liegt jedoch eine Bergkette, über welche die Seilbahn mit Hilfe von insgesamt neun Stützen geführt wird.
Die Kabinen sind baugleich mit denen der ersten Sektion und bieten ebenfalls Platz für 20 Personen. Allerdings haben sie pro Fahrt eine mehr als doppelt so lange Strecke zurückzulegen. Auf der Stütze 4 befindet sich ein Zwischenausstieg, von dem aus in einem kurzen Fussmarsch der nur wenig oberhalb gelegene Trübtensee erreich wer- den kann. Dieser kleine Stausee dient ebenfalls zur Stromproduktion.
In der Mittelstation besteht ein Durchlass im Erdgeschoss des Gebäu- des um so die beiden für den Transport von sperrigen Gütern vorhan- denen Lastbarellen direkt auf die jeweils andere Sektion transferieren zu können ohne die Güter umladen zu müssen. Die Barellen, wie üb- rigens auch die insgesamt vier Kabinen, verfügen dazu über unten- liegende Rollen. Mit einer Winde am Gehänge können Kabinen und Barellen vom Perronniveau auf Höhe dieses Durchlasses herabge- lassen werden. Werden die beiden Lastbarellen nicht genutzt, so können sie innerhalb des Durchlasses abgestellt werden. Die maxi- mal zulässige Last beim Transport mit den Barellen beträgt zwei- einhalb Tonnen.
Eine Kabine der ersten Sektion über dem Grimselsee.
Das Kommandopult der ersten Sektion.
Der Antrieb der zweiten Sektion.
Technische Daten:
Bilder:
M. Schmocker
Eine Kabine der zweiten Sektion unterwegs zum Oberaarsee.
Es besteht auch die Möglichkeit Lasten direkt am Gehänge zu trans- portieren. Die maximal mögliche Last beträgt dabei drei Tonnen.
Schon seit einigen Jahren wird darüber nachgedacht diese beiden Bahnen so wie die inzwischen weit herum bekannte Gelmer-Stand- seilbahn, ihrerseits mit einer maximalen Steigung von 106% die steilste der Welt, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Konkrete Schritte wurden aber, abgesehen von einer neuen Perronabgrenzung noch nicht unternommen. Es ist angedacht bei einer allfälligen Öff- nung der Seilbahnen für die Öffentlichkeit im Gegenzug die Strasse zum Oberaarsee für den Individualverkehr zu sperren.
Gelegentlich gibt es bereits jetzt im Zuge von öffentlichen Besucher- führungen Gelegenheit mit den beiden einzigartigen Seilbahnen mit- zu fahren. Auch geschlossene Besuchergruppen haben die Möglich- keit zu günstigen Konditionen eine Fahrt zu buchen. Aber egal ob mit der Bahn oder über die Strasse, ein Besuch am Oberaarsee lohnt sich jederzeit. Die raue, aber schöne Berglandschaft ist sehenswert.
Weitere Bilder (klicken für Vollbild):

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Pendelbahn 1. Sektion |
Pendelbahn 2. Sektion |
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Status |
in Betrieb |
in Betrieb |
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Eröffnung |
1975 |
1975 |
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Antriebsart |
elektrisch (Tal) |
elektrisch (Tal) |
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Talstation |
Grimselnollen |
Kessiturm |
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Bergstation |
Kessiturm |
Oberaarsee |
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Länge |
1513 m |
3491 m |
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Höhenunterschied |
267 m |
90 m |
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Anzahl Stützen |
3 |
9 |
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Max. Steigung |
? |
? |
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Fahrtdauer |
7 min |
15 min |
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Kabinen |
2 |
2 |
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Plätze |
20 |
20 |
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Förderleistung/h |
160 |
80 |
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Erbauer |
L+ P Küpfer/ Streiff |
L + P Küpfer/ Streiff |
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Fahrgeschwindigkeit |
5 m/s |
4 m/s |
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Antriebsleistung |
184 KW |
199 KW |