Einseilumlaufbahn
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Besonderheiten

Als besondere Bauform gibt es Bahnanlagen mit mehreren direkt hintereinander platzierten Gondeln, die fix mit einer Schraub- klemme am Seil befestigt sind. Man spricht dabei von Gruppenumlaufbahnen. In Fachkreisen sprich man dann von einer GUB. Solche Anlagen sind den Pendelbahnen sehr ähnlich. Meistens werden sie dort eingesetzt wo das maximale Beförderungsvermögen einer Pendelbahn nicht ausreicht, das einer Gondelbahn jedoch zu gross wäre.

Die Klemme einer Gondelbahn wird jeweils mit einer Feder geschlossen gehalten. Als besondere Bauform gelten die Klemmen der Firma Müller, bei welchem die Klemme über einen Schraubmechanismus geöffnet und geschlossen wurde. Dabei waren Zahnräder an der Klemme angebracht welche bei den Stationsein- und ausfahrten in eine fix angebrachte Zahnschiene griffen. Dieses System ist heute in der Schweiz nur noch bei zwei Bahnen vorhanden.

Es gibt heutzutage vereinzelt Gondelbahnen, welche über Kabinen von bis zu 16 Personen besitzen. In diesen gibt es jedoch meistens nur Stehplätze und gegebenefalls ein Band unter dem Fenster, an welches sich die Fahrgäste anlehnen können.

Die Gondelbahn vom Sattel zum Hochstuckli in der Zentralschweiz verfügt als erste Gondelbahn weltweit über drehbare Kabinen. Der Drehmechanismus kann dabei von den Fahrgästen selbständig an- oder ausgeschaltet werden. Vor den Stationen werden die Kabinen jeweils automatisch so gedreht, dass sich die Türen an der richtigen Position befinden.

Vereinzelt findet man Anlagen, die als Fahrbetriebsmittel Gondeln und Sessel gleichzeitig verwenden. Man spricht dabei von Kombi- bahnen. Sie eignen sich vorallem in Skigebieten, in denen die betreffende Anlage gleichzeitig als Zubringer wie auch für Wieder- holungsfahrten dient. Ebenfalls eigenen sie sich für Situationen, in denen gleichzeitig der Transport von Fussgängern und Ski- fahrern gewünscht ist. Während die Fussgänger bequem in der Gondel Platz nehmen, nutzen die Skifahrer die Sessel und brauchen so die Ski nicht abschnallen. Technisch sind solche Kombibahnen identisch zu einer Gondel- oder kuppelbaren Sesselbahn.

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Beschrieb

Einseilumlaufbahnen sind Luftseilbahnen mit einem endlosen, umlaufenden Zugseil, welches gleichzeitig auch als Tragseil fungiert. An das Seil werden viele einzelne Gondeln mit in der Regel 2 - 8 Sitzplätzen geklemmt. Der Antrieb erfolgt zentral in der Tal- oder Bergstation. Weit verbreitet sind Gondelbahnen, so der umgangssprachliche Ausdruck, mit mehreren Sektionen. Das Seil wie auch der Antrieb sind dabei in der Regel für jede Sektion unabhängig ausgeführt. Gondelbahnen wurden seit jeher vorallem für die Er- schliessung von Skigebieten verwendet. Es gibt aber auch Anlagen, die ausschliesslich dem Transport von Fussgängern dienen und teilweise nur in den Sommermonaten in Betrieb sind. Gondelbahnen mit einem Seil werden in Fachkreisen als EUB bezeichnet.

Funktionsweise

Angetrieben werden Gondelbahnen elektrisch durch einen zentralen Antrieb, welcher sich bei älteren Anlagen meistens direkt in der Nähe der waagerecht liegenden Antriebscheibe befindet, welche ihrerseits das Zugseil bewegt. Bei neuen Gondelbahnen wird der Antrieb in den meisten Fällen in einem Raum unterhalb des Stationsbereichs angebracht. Eine lange Welle führt dabei vom Antrieb zur Antriebsscheibe. Meistens in der Gegenstation befindet sich die Abspannung des Seils. Es gibt aber auch Anlagen, in welchen der Antrieb mit der Antriebscheibe auf einem beweglichen Schlitten befestigt ist. An diesem wiederum hängen dann die Spann- gewichte.

Alle Gondeln verfügen über mechanische Klemmen, welche die automatische Befestigung am Seil ermöglicht. Während dem Auf- enthalt in den Stationen werden sie vom Seil gelöst und die Gondeln durch sogenannte Förderer, jeweils ausgeführt als Kettenzug oder in Form von Gummireifen, langsam vorwärts bewegt. Spezielle Weichen ermöglichen es, die Gondeln in gesonderten Abstell- bereichen zu garagieren, beispielsweise während der Nacht oder bei geringem Frequenzaufkommen.

Um eine Gondel an das Seil zu kuppeln, wird sie mit Förderer langsam bis auf die normale Fahrgeschwindigkeit beschleunigt. Ältere Anlagen besitzen eine sogenannte schiefe Ebene. Dabei werden die Gondeln durch Herabrollenlassen auf einem kurzen geneigten Abschnitt beschleunigt. Um den nötigen Abstand zur vorausfahrenden Gondel sicherzustellen, verfügen Gondelbahnen über auto- matische Dosierer, welche in bestimmten Zeitabständen die Beschleunigungseinrichtung in der Station in Bewegung setzen. Ein- zelne alte Anlagen verfügen über eine manuelle Freigabe. Es handelt sich dabei um eine mechanische Blockade auf der schiefen Ebene, welche durch einen Seilzug kurzzeitig entfernt wird.

Auf der eigentlichen Strecke befinden sich eine Vielzahl von Zwischenstützen, die das Seil hoch halten. Früher waren sie meistens als Fachwerkkonstruktion ausgeführt. Heute setzt man bis auf wenige Ausnahmen Rundrohrstützen ein. Am Stützenkopf finden sich die Rollenbatterien. Das sind zu Gruppen zusammengefasste Rollen, über welche das Seil geführt wird. An der Rollenbatterie findet man besondere Bruchstäbe, die im Falle einer Seilentgleisung brechen und einen Nothalt auslösen. Das Seil selbst wird dabei von den Seilfängern vor dem Sturz in die Tiefe bewahrt. Einzelne Stützen können als Niederhalter ausgeführt sein. Dabei wird das Seil von unten über die Rollen geführt. Solche Stützen dienen dazu das Seil tief zu halten, beispielsweise in einer Senke des Geländes.

Bei Bahnen, die über hohe oder steile Abgründe führen, findet man spezielle Rettungsbahnen, welche im Notfall zur Evakuation der Fahrgäste genutzt werden. Dabei wird eine spezielle Rettungskabine an einem eigenen Seil zu den einzelnen Gondeln hingefahren. Die Fahrgäste können dann direkt in diese Rettungskabine umsteigen.

Moderne Gondelbahn
Antrieb einer Gondelbahn
Stützen mit Aufbau für Rettungsbahn
Klemme einer Gondelbahn
Schiebe Ebene
Gondelbahn nach System Müller
Gruppenumlaufbahn
Weiche im Stationsbereich
Stützenkopf mit Seilfänger