
14. Oktober 2009 - Defekt bei der Nostalgie-Sesselbahn Oberdorf - Weissenstein
Am vergangenen Sonntag kam es bei der nostalgischen Sesselbahn von Oberdorf SO zum Weissenstein zu einem technischen Defekt. In der Talstation hatte sich ein Sessel, vermutlich aufgrund einer wegen Materialermüdung gebrochenen Schraube, un- günstig verkeilt und blockierte somit den kompletten Bahnbetrieb. 32 Fahrgäste sassen 45 Minuten lang auf freier Strecke fest, bevor es den Mitarbeitern gelang, den verkeilten Sessel zu lösen. In der Folge konnte der Betrieb wieder normal aufgenommen werden.
Die nostalgische Sesselbahn mit Baujahr 1950 - sie ist die letzte noch vorhandene Sesselbahn des früher weitverbreiteten und le- gendären Typs VR101 - soll noch bis zum 1. November 2009 in Betrieb stehen. Danach ist bekanntlich der Bau einer modernen Gondelbahn vorgesehen, welcher jedoch höchst umstritten ist. Verschiedene Stellen, unter anderem der eigens gegründete Verein Pro Sesseli, kämpfen für den Erhalt und Weiterbetrieb der aktuellen Sesselbahn. Die Sesselbahn ist eine Art technisches Denkmal und daher von kulturhistorischem Wert. Der Erhaltung steht das aktuelle Seilbahngesetz gegenüber, welches umfangreiche Er- neuerungsarbeiten verlangt um die Bahn weiterhin betreiben zu dürfen. Die Betreiberfirma gibt an, dass eine neue Gondelbahn im Vergleich deutlich billiger zu stehen komme und zudem die angeblich veränderten Bedürfnisse der Fahrgäste wie beispielsweise einen ebenerdigen Einsteig besser zu erfüllen vermöge.
Aktuell ist es fraglich wie es am Weissenstein ab November weitergeht. Der Schweizer Heimatschutz wie auch der Verein Pro Sesseli haben bereits mehrmals Beschwerde gegen den geplanten Neubau eingelegt. Die laufenden Bestrebungen gehen dahin, dass erstmal keine Teile der bestehenden Bahn abgebaut werden sollen bis die Situation endgültig geklärt ist. Es ist zu befürch- ten, dass die Betreiberfirma, die Seilbahn Weissenstein AG, weiterhin mit allen Mitteln am Neubauprojekt festhalten wird, auch trotz der Tatsache, dass sich kürzlich herausgestellt hat, dass der Bau einer Gondelbahn deutlich teurer ausfallen würde als bisher angenommen. Betriebsleiter Konrad Stuber meinte gegenüber Radio DRS: “Mir fällt ein Stein vom Herzen, wenn man die Bahn abstellen kann”. Dem geneigten Seilbahninteressierten sei es selbst überlassen sich eine Meinung über das Neubauprojekt zu bilden. cablecar.ch empfiehlt auf jeden Fall einen Beitritt in den Verein Pro Sesseli: www.prosesseli.ch