Pendelbahn 1. & 2. Sektion
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Die Bettmeralp liegt einige hundert Höhenmeter oberhalb des Goms auf einem sonnigen Plateau. Lange Zeit war ein Aufstieg nur zu Fuss oder auf einer landwirtschaftlichen Strasse möglich. Um das Bergdorf besser mit dem Tal zu verbinden, bildete sich im Jahre 1949 ein Komitee, welches sich zum Ziel setzte die Bettmeralp in zwei Sektionen mit einer 10-Personen-Luftseilbahn zu erschliessen.

Das 1950 eingereichte Konzessionsgesuch wurde jedoch abgelehnt, da nur wenige Kilometer entfernt bereits die Riederalpbahnen eine Luftseil- bahn bauten, wodurch ein Konkurrenzverhältnis entstanden wäre. Noch im selben Jahr erteilte darauf hin der Walliser Staatsrat eine Konzession für eine 4-Personen-Bahn vom Tal nach Betten Dorf.

Eine Kabine der ersten Bahn.

Die alten Kabinen der 2. Sektion.

Eine Kabine der zweiten Sektion unterhalb der Bergstation.

Bereits im Mai 1951 konnte diese Bahn eröffnet werden. Drei Monate später konnte dann auch die zweite Sektion von Betten Dorf nach Bettmeralp den fahrplanmässigen Betrieb aufnehmen. Somit verfügte die Bettmeralp nun über eine direkte und schnelle Verbindung ins Tal.

Die neuen Luftseilbahnen belebten den Verkehr und brachten auch ver- mehrt Touristen in die Region. Mitunter aus diesem Grund verkehrte auf der Bettmeralp ab dem Winter 1955 der erste Skilift, welcher jedoch bereits 1956 durch ein grösseres Modell ersetzt wurde, da der Ansturm grösser war als erwartet.

Nach nur 7 Jahren Betrieb mussten die Kabinen der 2. Sektion der Luftseilbahn durch solche mit je 10 Plätzen ausgetauscht werden, weil auch hier die Kapazität dem Verkehrsaufkommen nicht mehr gerecht wurde.

Im Winter 1963/1964 entstand die Skischule Bettmeralp worauf sich der Wintersport erst richtig zu entwickeln begann. Nach und nach wurden die heutigen Skilifte und Sesselbahnen gebaut.

Der Wintersport, aber auch der Wandertourismus im Sommer erfreuten sich immer mehr grösserer Beliebtheit. Die Kapazitäten der Luftseil- bahnen genügten erneut nicht mehr. So wurde im Jahre 1965 die erste Sektion durch einen Neubau mit nur mehr einer Kabine für 50 Personen und Windenantrieb ersetzt. Zwei Jahre später wurde auch auf der zweiten Sektion eine neue Bahn mit zwei je 50-plätzigen Kabinen errichtet. Beide Bahnen stehen heute noch in Betrieb. Die erste Sektion erhielt jedoch vor einigen Jahren eine neue Panoramakabine für 48 Personen. Diese trägt eine leicht modernere Lackierung.

Eine neue Kabine wurde nötig, da die alte bei einem schweren Unfall abgestürzt war. Während der Fahrt riss das Zugseil. Durch das starke Aufschaukeln der Kabine hob das Laufwerk kurzzeitig vom Seil ab. Genau in diesem Moment fiel die Fangbremse ein, die sich in solchen Fällen sofort an das Tragseil klemmt und so die Kabine bremst.

Technische Daten:

Bilder:

VBB, M. Schmocker

Eine Kabine der ersten Bahn.
Die alten Kabinen der 2. Sektion.
Eine Kabine der zweiten Sektion unterhalb der Bergstation.
Stütze und Mittelstation in Betten Dorf.

Stütze und Mittelstation in Betten Dorf.

Aufgrund dieses Unfalls, bei dem mehrere Menschen ihr Leben ver- loren, wurden die Vorschriften für Fangbremsen geändert. Neu darf die Fangbremse nicht mehr starr mit der Kabine verbunden sein. In den meisten Fällen wird dies gewährleistet indem die Kabine mit Stahlketten am Gehänge befestigt wird.

Die beiden Seilbahnsektionen von Betten zur Bettmeralp bewältigen auch heute wichtige Aufgaben. So ermöglichen sie parallel zur später gebauten direkten Luftseilbahn eine zusätzliche Verbindung zur Bettmeralp. Damit stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung um ins Ski- bzw. Wandergebiet zu gelangen. Und so ist es auch keine Seltenheit, dass alle Bahnen ununterbrochen im Dauerbetrieb verkehren, ungeachtet des Fahrplans. Bei Revisionen oder Betriebs- störungen besteht eine alternative Fahrmöglichkeit, was ermöglicht, dass die Bettmeralp an jedem Tag des Jahres bequem und schnell erreicht werden kann.

 

Pendelbahn 1. Sektion

Pendelbahn 2. Sektion

Pendelbahn 1. Sektion

Pendelbahn 2. Sektion

Status

umgebaut

umgebaut

in Betrieb

in Betrieb

Eröffnung

1951

1951

1965

1967

Stilllegung

1965

1967

-

-

Antriebsart

elektrisch

elektrisch

elektrisch (Berg)

elektrisch

Talstation

Betten MGB

Betten Dorf

Betten MGB

Betten Dorf

Bergstation

Betten Dorf

Bettmeralp

Betten Dorf

Bettmeralp

Länge

872 m

1610 m

872 m

1610 m

Höhenunterschied

367 m

732 m

367 m

732 m

Anzahl Stützen

2

?

1

2

Max. Steigung

?

?

?

?

Fahrtdauer

?

?

4 min

5 min

Kabinen

2

2

1

2

Plätze

4/10

4/10

48 + 1

50

Förderleistung/h

?

?

350

500

Erbauer

Habegger

Habegger

von Roll

von Roll