3S-Bahn
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Besonderheiten

Eine 3S-Bahn im Österreichischen Kitzbühel verbindet zwei gegenüberliegende Berghänge und ermöglicht so einen schnellen Wechsel in das jeweils andere Skigebiet, ohne dass zuerst eine Talfahrt nötig ist. Der maximale Bodenabstand bei dieser Bahn beträgt 400 Meter. Damit die Fahrgäste den Tiefblick geniessen können, sind einzelne Kabinen mit einem Glasboden ausgestattet, der den Blick in die Tiefe freigibt. Eine ähnliche Anlage findet sich auch in Kanada. Dort beträgt der Abstand zum Boden sogar stolze 436 Meter.

Die Anlage mit den grössten Kabinen befindet sich im Italienischen Bozen und ersetzte dort im Jahre 2008 eine mehr als 4 Kilo- meter lange Pendelbahn. Die bei dieser Anlage eingesetzten Kabinen bieten Platz für je 35 Personen.

Unter Seilbahnfans ist man sich unschlüssig über die genaue Bezeichnung von 3S-Bahnen. Während sich ein Teil auf die market- ingtechnisch sinnvolle Bezeichnung 3S-Bahn beruft, welche für die 3 Seile steht, spricht sich der andere Teil für “Zweiseilbahn” aus. Bei Letzterer bezieht man die Anzahl “Zwei” nicht auf die Anzahl Seile, sondern auf den technischen Aspekt von zwei verschiedenen Seilarten (Zug- und Tragseil), unabhängig von der Anzahl der jeweils vorhandenen Seile insgesamt.

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Beschrieb

Die Bezeichnung 3S-Bahn steht für Dreiseilumlaufbahnen mit zwei fixen Tragseilen sowie einem mittig geführten, umlaufenden Zugseil. Der Antrieb erfolgt ausschliesslich auf das Zugseil, an welches Gondeln für in der Regel 30 Personen geklemmt werden können. Faktisch handelt es sich bei diesem System um eine Kombination von Pendelbahn und Einseilumlaufbahn. Die Vorteile beider Systeme kom- men dabei zum Zug: während die einzelnen Kabinen wie bei einer Gondelbahn variabel an das Seil gekup- pelt werden können, bieten 3S-Bahnen den Fahrkomfort und die Windstabilität einer Pendelbahn. Erfunden wurde dieses System von der Firma vonRoll, welche später in der Doppelmayr AG aufgegangen ist. 3S-Bahnen sind relativ selten und werden ausschlies- slich als Zubringer- oder Verbindungsanlagen eingesetzt.

Funktionsweise

Entweder in der Tal- oder Bergstation befindet sich ein elektrischer Antrieb, welcher über ein Getriebe auf die Umlenkscheibe des umlaufenden Zugseils wirkt. Ebenfalls werden in einer der Stationen die Tragseile abgespannt.

Damit ein bequemer Ein- und Ausstieg in die Kabinen möglich ist, werden diese in den Stationen vom Zugseil abgekuppelt und durch spezielle Förderer langsam durch die Station bewegt. Um eine Kabine wieder an das Seil zu kuppeln, wird sie nachdem die Türen automatisch geschlossen wurden, mit Reifenförderern auf die Seilgeschwindigkeit beschleunigt. Die Laufrollen werden über Führungen auf die Tragseile geleitet und anschliessend die beiden Klemmen geschlossen.

Auf der eigentlichen Strecke befinden sich je nach Gelände mehrere Stützen, die das Seil hochhalten. Dabei werden die Tragseile wie bei einer Pendelbahn über die Seilsättel am Stützenkopf geführt. Das Zugseil läuft mittig über Rollen. Da die Seilsättel höher liegen als die Rollen, wird das Zugseil beim Passieren einer Kabine automatisch angehoben, so, dass die Klemmen die Rollen nicht berühren. Niederhalter wie bei Gondelbahnen gibt es nicht. Aufgrund der pendel- bahnähnlichen Bauweise ist es auch nicht nötig, das Seil tief zu halten.

Damit sich die beiden Tragseile nicht seitlich voneinander weg bewegen können, sind in regelmässigen Abständen die sogenannten Seilreiter. Diese sind fest an die Tragseile geschraubt. Mittig befindet sich eine Rolle, über welche das Zugseil geführt wird.

Anlagen mit Mittelstationen sind theoretisch zwar möglich, existieren in der Praxis jedoch nicht. Der bekannte Alpin Express in Saas Fee, welcher über eine Mittelstation verfügt, ist in zwei voneinander unabhängigen Anlagen erstellt worden.

Fotos: M. Armold

Strecke einer 3S-Bahn
Talstation
Strecke einer 3S-Bahn
Kabine nach Bauart vonRoll